Empathisch, fair und meinungsstark. So beschreibt sich Valentin Meyer aus der Q2. Diese Eigenschaften kann der aktuelle Schülersprecher auch gut gebrauchen. Er repräsentiert gemeinsam mit seinem Team die Schülerschaft am Märkischen Gymnasium. In einem Interview mit der Homepage-Redaktion erzählt der 18-Jährige über seine Verantwortung, künftige Pläne in der Arbeit der Schülervertretung und seine Leidenschaft für Darts. Und dass es in der Schule nicht nur um Unterricht und Noten geht, sondern auch um partnerschaftliche Zusammenarbeit und soziales Miteinander.
Hier könnt ihr das gesamte Interview lesen.
Was sind drei wichtige Sätze in Ihrem Steckbrief?
Valentin: Ich bin Wattenscheider, obwohl ich in Gelsenkirchen wohne. In der Schülervertretung (SV) arbeite ich schon im zweiten Jahr mit. Politik und Gesellschaft interessieren mich besonders.
Was war Ihr Antrieb, als Schülersprecher zu kandidieren?
Valentin: Das kam eher zufällig auf mich zu. Zu Beginn des letzten Schuljahres war ich noch Stufensprecher. Im SV-Meeting saß auch das Patenkind (6. Klasse) meiner Mutter. Sie meinte: „Valentin kann das.“ Und sie hat mich vorgeschlagen. So wurde ich damals stellvertretender Schülersprecher. Im August hat mich die SV dann für 2024/25 zum Schülersprecher gewählt.
Warum ist es wichtig, dass sich Schüler/innen für die Schulgemeinschaft engagieren?
Valentin: Das Zusammenleben an der Schule sollte so gestaltet werden, dass sich alle Schülerinnen und Schüler wohlfühlen. Dafür müssen sich viele engagieren. Ich persönlich habe in meiner Familie schon seit der Kindheit ehrenamtliches Engagement hautnah erlebt. Mein Vater hat in Wattenscheid einen Karnevalsverein gegründet.
Warum braucht das MGWAT genau wie jede andere Schule eine Schülervertretung?
Valentin: Schule ist ein Großteil unseres Lebens. Schülerinnen und Schüler haben ein Recht darauf, gehört zu werden und sich einbringen zu können. An der Schule wird der Grundstein für unsere Zukunft gelegt. Wir lernen demokratische Prinzipien und soziales Miteinander.
Was meinen Sie konkret?
Valentin: Ganz frei die Meinung äußern, andere Meinungen zulassen, anderen zuhören, wählen lernen, Verantwortung übernehmen, fair handeln, gemeinsam Ziele erreichen und Kompromisse finden.
Wie hat sich die SV für mehr Demokratie eingesetzt?
Valentin: Das Schülersprecher-Team trifft sich einmal pro Woche. Seit diesem Schuljahr sind jetzt einmal im Monat auch die Stufensprecher bei diesem Treffen dabei. So wollen wir noch mehr Erfahrungen und Sichtweisen von Schülern mehrerer Altersstufen in unsere Arbeit einbringen. Nachdem eine Schülerin in der Saarlandstraße von einem Auto angefahren worden war, haben wir lange im politischen Raum für eine 30-er-Zone gekämpft. Bisher leider ohne Erfolg.
Was sind Ihre Aufgaben als Schülersprecher?
Valentin: Ein offenes Ohr haben für Anliegen der Schülerinnen und Schüler. Ich bringe ihre Wünsche und Probleme zur Schulleitung. Das galt zum Beispiel für die Gestaltung der Schulfahrt nach Slagharen oder das Rudelsingen vor Weihnachten. Ich und das ganze Schülersprecher-Team arbeiten eng mit den SV-Lehrkräften, also Frau Fänger und Herr Rohde, zusammen. Der Austausch mit den beiden ist richtig gut. Als Schülersprecher repräsentiere ich die Schülerschaft zum Beispiel in Schulkonferenzen. Bei wichtigen Dingen, die die Schule betreffen, darf ich mitreden.
Helfen dabei Ihre drei besten Eigenschaften? Welche sind das?
Valentin: Ich bin empathisch, fair und stehe zu meiner Meinung und zu dem, was ich tue. Gerne kämpfe ich für eine Sache, von der ich überzeugt bin.
Sie haben ja auch ein Schülersprecher-Team an Ihrer Seite …
Valentin: Wir leben den Teamgedanken bei allem, was wir tun. Vier Leute haben mehr Talente als einer allein. Eine unserer größten Herausforderungen ist es derzeit, immer wieder Schülerinnen und Schüler anzusprechen und zu motivieren, sich für die Gemeinschaft einzubringen.
In Kürze ist Halbzeit Ihrer Amtszeit. Was waren die Highlights im ersten Halbjahr?
Valentin: Nach langer und intensiver Planung war die Schulfahrt nach Slagharen ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Dazu die Eröffnung des neuen Gebäudes auf dem Schulgelände mit unserem coolen SV-Raum. Er hat die Atmosphäre einer Lounge und nicht eines Klassenraums. Bei der WAT-Winterwoche konnte die SV mit viel Engagement und Kreativität die ABI-Kasse unterstützen.
Welche Pläne hat die SV für die „zweite Halbzeit“?
Valentin: Wir planen gerade die traditionelle, stimmungsvolle Übernachtungsparty. Dabei wollen wir als Projekt einen Raum des Oberstufengebäudes, den die Schulleitung als Co-Working-Space vorgeschlagen hat, so herrichten und startklar machen, dass wir zum Beispiel in Freistunden dort bequem und in Ruhe arbeiten können. Und ganz wichtig auch im zweiten Halbjahr: Wie immer sind wir für die Schülerinnen und Schüler stets ansprechbar.
Würden Sie Ihr schulisches Ehrenamt weiterempfehlen?
Valentin: Auf jeden Fall. Man übernimmt Verantwortung und entwickelt mit der Zeit ein anderes Verhältnis zu Schülerinnen und Schülern, aber auch zu Lehrkräften. Die Schule ist nicht nur Unterricht und Noten, sondern auch partnerschaftliche Zusammenarbeit und soziales Miteinander. Dazu gehören auch offene Diskussionen und Kompromissbereitschaft. Da können alle voneinander lernen.
Apropos lernen. Sie machen bald Abitur. Was haben Sie danach vor?
Valentin: Politische und gesellschaftliche Themen interessieren mich sehr. Deshalb würde ich gerne Lehramt oder soziale Arbeit studieren. Und noch mehr mit Freunden unterwegs sein. Vor einiger Zeit habe ich meine Leidenschaft für den Darts-Sport entdeckt. Die überragende Stimmung im legendären „Ally Pally“ (Alexandra Palace, Anm. d. Red.) im Norden Londons hat auch mich angesteckt. Dort als Fan mal eine WM zu erleben, wäre für mich ein Traum.
Herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Freude und Erfolg für Ihre Arbeit!
(Das Interview führte Steffen Kern vom Homepage-Team)